Kontakt Freunde des Gaisbergs:
hike@gaisberg.org

zurück zur Hauptseite


Dr. Winfrid Herbst
Naturschutzbund Salzburg
Leiter des Abfallwirtschaftsamtes Magistrat Salzburg
Tel. 0662 8072 4560, Fax 4545
winfrid.herbst@stadt-salzburg.at

 

Wer sind die Freunde des Gaisbergs?


Ziele, Projekte


Die Freunde des Gaisbergs sind eine (noch nicht als Verein organisierte) Gruppe aus Vertretern von Naturschutz (Dr. Hans Helmut Stoiber, Dr. Hannes Augustin, Dr. Winfrid Herbst), Alpenverein (Ing. Franz Glanzner, Raimund Gumpold), Arbeiterkammer (Dr. Edgar Atzmanstorfer), Ärztekammer (Dr. Gerd Oberfeld) und Erlebnis Gaisberg (Dr. Josef Thayer). Koordinator ist Dr. Herbst.

Die "FdGB" erstellen in Zusammenarbeit mit der Stadt Salzburg Konzepte für die Gestaltung des Gaisbergs als naturnahes Sport- und Erholungsgebiet der Salzburger. Die Stadt hat z.B. ein Budget für die Neugestaltung des Gaisberg-Plateaus reserviert, ebenso wie für den Bau eines Zistelalm-Sonnenwanderwegs.

Derzeit ist ein langfristiger Pachtvertrag für das Plateau in Vorbereitung. Nach dessen Unterzeichnung soll die Neugestaltung des Gipfelbereichs erfolgen.

Der Bau des Rundwegs Zistelalm soll nach Erteilung der nötigen Bewilligungen noch im Frühjahr 2004 beginnen. Dieser zweigt am Ende der Zistelalm vom bestehenden Gaisberg Rundweg ab und führt dann am oberen Rand der Alm retour Richtung Zistel.

Die Route zeichnet sich durch ein einzigartiges Panorama und die sonnige, südseitige Exposition aus. Bei ca. 2km Länge wird sie vor allem ältere Wanderer ansprechen.

Weiters ist eine Einbeziehung von bestehenden Wegen und Loipenrouten (errichtet von "Erlebnis Gaisberg") in das Wegenetz geplant.

   
Gaisberg Visionen

Der schönste aller Stadtberge der Alpen ruht faul wie ein Löwe über Salzburg. Diese 600 bis 850 Höhenmeter zur Rauchenbichl (988m) oder Spitze (1.288m) bedeuten den Salzburgern das liebste Freizeit-Revier, noch vor den Seen im Flachgau! Die Konturen des Bergs erzeugen Gefühle – uns gefällt er einfach, ja wir entwickeln Zugehörigkeit, als wäre er ein Teil von uns. Der Gaisberg läßt uns niemals kalt.

 

Deshalb entwickeln wir Verantwortung für ihn, kämpfen um sein Wohlergehen. Das Forstamt schuf ein Musterprogramm, welches das chronische „Waldsterben“ (permanentes Thema noch vor zehn Jahren!!) stoppte, ja umkehrte: heute gedeiht der Gaisberg-Wald dank EU-Förderung… Das Bauamt läßt keine Neubauten zu, bzw. reglementiert Umbauten auf dem Berg mit dem Zentimetermaß. Und auf der Straße ab Gersberg gilt Tempo 50 – zum Schutz der Rehe im Wald, denn Anrainer gibt es praktisch nicht.

Aber hinauffahren darf jeder. An Spitzentagen wühlen sich tausend Autos aneinander vorbei, verparken Felder und Ausweichen, blockieren Zufahrten und Parkplätze. Die Polizei sperrt stets erst dann, wenn alles steht. Vier von fünf Autofahrern sagen dann, daß es ihnen lieber wäre, wenn die Strasse für den Autoverkehr gesperrt würde, mit einem Busdienst als Ersatz – oder mit einer Seilbahn.

Diese Meinung wurde von den „Freunden des Gaisbergs“ im Auftrag der Stadt statistisch sauber erhoben (Siehe AK Studienreihe, Nutzung des Naherholungsraumes Gaisberg). Diese „Gaisberg-Freunde“ um Dr. Winfrid Herbst vom Magistrat (Vertreter von Alpenverein, Naturschutz, Arbeiterkammer, etc.) legten im Vorjahr ein Konzept für das Plateau vor, und die Stadt reservierte 1,1 Mio. €uro dafür (wie für den Zistelalm-Sonnenweg).

Modell Belchen

Im September besuchten sie den Berg Belchen im Schwarzwald (bei Freiburg), wo man 2001 eine vergleichbare Strasse im oberen Teil durch eine Seilbahn ersetzte. Der untere Teil ist durch einen Schranken reguliert – mit bewirtschafteten Parkplätzen bei der Station, wodurch die Zahl der Autos begrenzt bleibt, die überhaupt zufahren können. Ein Busdienst schafft den Ausgleich.

Diese Rückverwandlung des Belchen in ein fast autofreies Naturgebiet wurde von Naturschutz und Alpenverein betrieben – mit massiver Unterstützung des Landes Baden-Würtemberg. Private Investoren aus dem Umland gründeten eine Seilbahngesellschaft und kauften die Expo-Bahn von Hannover. Schon im ersten Jahr bilanzierten sie ausgeglichen, 2003 hoch positiv. Die Zustimmung der Bevölkerung zur Strassensperre & Seilbahnlösung wuchs nach dem ersten Betriebsjahr auf 82% !!

Autos raus, Natur rein
Wer Fotos von den früheren Zuständen auf dem Gipfelparkplatz des Belchen mit den heute wiederhergestellten Naturflächen vergleicht, wer die Ruhe und Naturschönheit auf dem Gipfelrundweg erlebt hat, mit ungetrübten Weitblicken, ohne Autos im Vordergrund, der möchte dieses Modell so rasch wie möglich auf den Gaisberg übertragen. Das ist mehr als eine Vision – es ist eine konkrete Hoffnung geworden.

Immerhin hat der Gaisberg mehr als dreimal so viele Besucher pro Jahr, auch dreimal so viele Autos, und entsprechend stellt eine Seilbahn kein wirtschaftliches Risiko dar. Dazu kommt die touristische Bedeutung – ein so verwandelter Gaisberg wird den Gästen der Stadt eine Attraktion sein (was er jetzt nicht wirklich ist – siehe Gipfelplateau!). Und dazu läßt sich das Gelände im Oberwinkl für Ski, Snowboard und Rodel nutzen, wie dieser Winter bewiesen hat. Das ist eine weitere wirtschaftliche Absicherung so eines Projekts.

Einziger Unterschied: Die Anrainer auf dem Berg, speziell die Hotels, brauchen eine freie Zufahrt. Aber dafür haben wir ja längst modellhafte Erfahrungen mit der FuZo in der Salzburger Altstadt…

Plateau-Verschönerung, Promenaden, Radwege
Die „Freunde“ sind verzaubert von diesem Modell Belchen. Demnächst soll ein Pachtvertrag zwischen Stadt und Grundbesitzer (Auersperg) abgeschlossen werden, um die Neugestaltung und Pflege des Plateaus zu ermöglichen. Und sie planen weitere Wege auf dem Bergrücken und im Oberwinkl auf der Basis der neuen Loipen-Routen. Damit entstehen Höhenpromenaden mit traumhaften Perspektiven auf Stadt, Seen und Berge, (deren Wert mit einer möglichen Verkehrsberuhigung enorm steigen würde).

Damit sollen auch Radfahrer autofreie Auffahrten bis zur Zistel erhalten. Immerhin ist der Gaisberg einer der beliebtesten Radberge Europas*. (Wenn später einmal auf der Strasse kaum mehr Autos fahren, wird diese zum Radfahr-Dorado!!)

Der Gaisberg als Paradies für Wanderer, Sonnenanbeter, Radfahrer, Skifahrer und Langläufer – ohne Autolärm & -gestank. Das ist mehr als eine Vision, es ist fast ein Grundrecht, das wir uns nicht länger vorenthalten sollten. Die Freunde des Gaisbergs arbeiten dafür.


Dr. Josef Thayer
Der Autor ist am Gaisberg aufgewachsen und wohnhaft, Mitglied der „Freunde des Gaisbergs“ und Initiator von Erlebnis Gaisberg (privat finanzierte Loipen und Tourenabfahrten)

*2006 steigt in Salzburg die Rad WM: Vielleicht können wir dann auf dieser Strasse einen Rahmenbewerb für Bergfahrer inszenieren, oder gar die erste Rad-WM für Bergfahrer? Wenn das OK rasch handelt, wir hätten eine Weltsensation, mit Lance Armstrong & Co.!

 

zurück zur Hauptseite